Together in The Gambia e.V.

Together for The Gambia - Together for the future

Reisebericht von Oktober 2017

Liebe unbekannte Unterstützer,

wir sind aus Gambia zurück und möchten Euch/Ihnen berichten, was wir mit Ihrem Material von gesammelten Erste-Hilfe-Kästen und gespendetem Schulmaterial gemacht haben:

1. Erste-Hilfe-Kästen
Die in mehreren Tranchen bei uns angekommenen Erste-Hilfe-Kästen haben wir hier bei uns zu Hause auf unbeschädigte Verpackung der Mullbinden, Kompressen und Verbandpäckchen gesichtet und geprüft, dass Wundpflaster und Spulenpflasterband ausreichend Haftwirkung hatten (auch Klebe altert!). Dann wurden die Materialien sortenrein sortiert. Dabei sah unser Haus aus, als sei ein Wirbelsturm hindurch gefegt (Bild 1).

Sortierung Erstehilfekästen
1. Sortierung Erste-Hilfe-Kästen

Aus den geschätzten gut 600 Erste-Hilfe-Kästen haben wir auf diese Weise 31 Umzugskartons Verbandsmaterial destilliert, die im Sommer per Container nach Gambia verschifft worden sind. In Gambia haben wir aus diesem reichen Fundus Gebinde für die einzelnen Empfänger zusammengestellt:

  • Gambisches Rotes Kreuz: Auch die haben nichts, kein Material für reale Einsätze, kein Material für praktisch Übungen bei Erste-Hilfe-Kursen. Besonders die Profikoffer und die Erste-Hilfe-Umhängetaschen riefen Begeisterung hervor (Bild 2).
  • Health Centre Fajikunda: Dieses Health Centre in Serekunda (die größte Stadt Gambias, direkt neben der Hauptstadt) ist eine zentrale Anlaufstelle für postoperative Wundversorgung. Der Verbandraum zeichnete sich aus durch gähnende Leere: keine Kompresse, keine Binde, kein Pflaster! Hier bedeutet kein -mathematisch ausgedrückt- : Null! (Bild 3).
Wenn jemand einen Sterilisator hat oder besorgen kann, hier ist dringend Bedarf, der im Verbandsraum stehende funktioniert nicht (Bild 1).
  • Hospital Bansang: Bansang liegt im Landesinneren ca. 300 km östlich der Hauptstad Banjul. Dieses für die Region wichtige zentrales Krankenhaus kennen wir von früheren Besuchen. Die Situation hier ist (natürlich) gleichartig wie oben geschildert: extremer Mangel! (Bild 4).
    2. Gambisches Rotes Kreuz
  • Health Centre Jabang: Das Dorf Jabang (ca. 30 km südöstlich der Hauptstadt) ist das Zentrum unserer Aktivitäten. Hier in "unserem" Dorf haben katarische Sponsoren ein Health Centre gebaut, das im Dezember eingeweiht werden soll. Dafür haben wir ein Sortiment Verbandsmaterial vorbereitet, das bei unserem gambischen Partner eingelagert ist und das er dann übergeben wird.
  • Erste-Hilfe-Kästen: In "unserem" Dorf haben wir großzügig Erste-Hilfe-Kästen verteilt: an den englischen Kindergarten (Bild 5b), die arabische Schule und die Grundschule (Bild 5a). Aber auch eine Inklusionsschule einer privaten NGO in der Nähe unseres Hotels wurde bedacht wie auch die Grundschule im Dorf Jahaly im Landesinneren, die wir von früher her kennen.
  • Restmaterial: Zurückbehalten haben wir noch ein Gebinde, das ebenfalls bei unserem Ansprechpartner eingelagert ist. Falls dringender Bedarf entsteht, wird er uns ansprechen und wir entscheiden gemeinsam das weitere Vorgehen.

Fazit: Mit dieser Aktion konnte wirkliche Not gelindert werden, die Hilfe kam ohne Umwege direkt der Bevölkerung zu Gute. Zusätzlich haben wir hier bei uns das Müllaufkommen reduziert. Das ist eine der seltenen win-win-Situationen. Wir sind bereit, diese Aktion fortzuführen, für Samstag ist die nächste Lieferung angesagt.

2. Schulmaterial
Wir haben das von Euch gespendete Schulmaterial (ca. 100 kg) direkt mitgenommen. Das erlaubte Freigepäck beträgt pro Person 2 mal 23kg, dementsprechend haben wir die 100 kg auf die fünf Reisenden aufgeteilt. Das Material wurde an Schulleitungen übergeben:

  • Lower Basic Schule Jabang (Grundschule): Diese Schule in "unserem Dorf" bekam den größten Anteil, denn der Bedarf an Material ist mit 1500 Schülern am größten.
  • Arabische Schule: Diese hat noch weniger als Nichts. Wir bedenken diese Schule auch immer wieder, weil wir verhindern wollen, dass Neid aufkommt oder unsere Aktivität in irgendeine Verbindung zu Religion gebracht werden kann (Bild 6).
  • Lower Basic Schule Jahaly (Grundschule): Im Health Centre einer deutschen NGO im Dorf Jahaly haben wir früher aktiv mitgearbeitet und wissen daher um die Not der gegenüber liegenden Grundschule.
  • Englischer Kindergarten: Der private Kindergarten einer englischen NGO in "unserem Dorf" wurde bedacht, auch um wie bei der arabischen Schule keine Neidgefühle aufkommen zu lassen. Hinzu kommt Kontaktpflege, da der Leiter dieses Kindergartens der Sekretär des Alkalo (=Bürgermeister) ist (Bild 5b).
  • Inklusionsschule: Hier haben wir Farbstifte und Tuschkästen abgegeben, die dringlich benötigt wurden. (Bild 7).
  • Restmaterial: das haben wir, wie das Verbandsmaterial eingelagert und werden es verteilen, wenn wir im Frühjahr wieder vor Ort sind.

Fazit: Mit dieser Aktion konnte wirklicher Bedarf gedeckt werden, die Hilfe kam ohne Umwege direkt den Kindern zu Gute. Die Spenden waren wirklich sehr großzügig. Im Folgenden haben wir aufgelistet, was gemessen an der Bedarfslage benötigt wird:

 

Größter Bedarf

  • Bleistifte
  • Radierer, Anspitzer (5% der Bleistifte)
    keine Anspitzmaschinen, das macht zu viel Spaß und erhöht den Bleistiftverbrauch drastisch
  • DIN A5-Hefte (liniert/kariert)
    ein Heft mit 120 Seiten(!) kostet vor Ort ca. 50 Cent aus logistischen Gründen (Gewicht) kann es auch dort gekauft werden

Geringerer Bedarf

  • DIN A4-Hefte
  • Buntstifte
  • Tuschkästen
  • Geodreiecke, Zirkel

Bedarf zur Zeit gedeckt

  • Büromaterial (Schnellhefter, Aktenordner, Locher (da unbekannt, kann
    keiner damit umgehen)

3. Rollstuhl, Krücken
Den Rollstuhl haben wir in die Inklusionsschule für Ebrima (Sichelzellanämie) mitgenommen, der nach vielen Schlaganfällen nur noch im Rollstuhl sitzen kann. Die Krücken kommen in der Inklusionsschule in die "Schatzkammer" und stehen dann bei Bedarf zur Verfügung (Bild 8).

Bedarf an Rollstühlen besteht immer, da die Rollstühle auf Grund schlechter Straßen/Wege nur begrenzte Haltbarkeit haben

Liebe unbekannte Unterstützer, wir haben bei der Arbeit in Gambia viel geschwitzt (es war extrem heiß!), aber wir haben gesehen, wie wichtig diese direkte Hilfe ist und mit welcher Dankbarkeit sie angenommen wird. Wir werden auch in Zukunft die Spenden, die hier bei uns ankommen, mitnehmen und entsprechend verteilen. Wir nehmen natürlich auch Interessierte mit, die sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation machen möchten.
Viele Grüße
Barbara Fröber, Jürgen Fröber