Together in The Gambia e.V.

Together for The Gambia - Together for the future

Reisebericht vom Oktober 2018

Unsere Reise vom 13. bis 31. Oktober 2018:

Wir hatten anfangs gedacht, dass zweieinhalb Wochen völlig ausreichen, unser vorgenommenes Pensum abzuarbeiten. Wie Ihr sehen werdet, war das eine Illusion.

 

Berufsausbildung

Das Thema „Berufliche Ausbildung“ stand im Zentrum der ersten Besuchswoche.

Zur Erinnerung: unser Konzept zur beruflichen Ausbildung sieht vor,

Das vorgesehene Grundstück für den Bau des Ausbildungszentrums
  • wir starten mit einem Pilotprojekt: ein bis zwei gewerbliche Ausbildungsfächer (Maurer, Tischler, u.ä.) plus Buchhaltung;
  • unser Verein übernimmt die Investitionskosten, für ca. vier Jahre die Sach- und Personalkosten. Dabei haben wir gute Chancen, durch Engagement Global, eine Gesellschaft des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, eine Förderung von 75% zu erhalten;
  • das Ausbildungszentrum wird von uns für ca. vier Jahre geleitet;
  • danach geht das Ausbildungszentrum in den Besitz des Dorfes Jabang über und die Zentralregierung übernimmt die Gehaltskosten. Das Zentrum wird dann gemeinsam geleitet durch die Gemeinde Jabang, der Zentralregierung und unseren Verein;
  • nach erfolgreicher Pilotphase Aufbau weiterer Berufsfächer.

Dieses Konzept wurde mit den Dorfautoritäten (Bürgermeister, Ältestenrat, Dorfentwicklungs- komitee) besprochen und von ihnen sehr begrüßt. Gemeinsam wollten wir den unterschiedlichen Regierungsstellen dieses Konzept vorstellen: der Chef der 36 Distriktbürgermeister hat uns seine volle Unterstützung zugesagt, einen Termin bei der Regionalregierung haben wir so schnell nicht bekommen. Der Staatssekretär der Zentralregierung hat in einem ersten Gespräch die Übernahme der Gehaltskosten abgelehnt.

Die Unterstützung des Chief ist sicher

Hier wollen die Dorfauthoritäten von Jabang zusammen als Gruppe bei einem neuen Termin auftreten und über eine Unterstützung nach positiver Anfangsphase und Übernahme durch die Dorfgemeinschaft verhandeln.

Wir haben natürlich dennoch weitere Aktivitäten zur Klärung offener Punkte unternommen. Es wurden Kostenvoranschläge sowohl für den Bau von zwei Unterrichtseinheiten für gewerbliche Ausbildung eingeholt und auch für die Stromversorgung eines bestehenden privaten Schulungsraumes, in dem wir ohne größere Investitionen Buchhaltung unterrichten könnten.

Ausblick:

Wir können von Engagement Global auch dann gefördert werden, wenn die Zusage der Regierung zur Übernahme der Lehrergehälter nicht vorliegt. Wir werden also Planung und Realisierung des Ausbildungszentrums umsetzen können, ggf. in einer reduzierten Version.

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Gesundheitsfürsorge

Was wir in unserm Fluggepäck an medizinischem Material mitnehmen konnten, ließ sich sehen:

Verbandsmaterial

Health Center Fajikunda

Ganz überwiegend bestand das medizinische Material aus Verbandsmaterial, das wir aus eingegangenen Erste-Hilfe-Kästen „destilliert“ haben. Viele sammeln für uns sogenannte „abgelaufene“ Erste-Hilfe-Kästen. Wir prüfen den Inhalt auf Verwendungsfähigkeit und sortieren nach Art und Größe. Was wir jetzt haben mitnehmen können, reicht dem Gesundheitszentrum Fajikunda für ca. 4 Monate. Dieses staatliche Gesundheitszentrum zehrt von dem, was wir ihnen bringen. Und dabei ist Fajikunda ein Zentrum für postoperative Versorgung mit einem Einzugsbereich von 200.000 Einwohnern! Wenn wir im nächsten Frühjahr wiederkommen, wird wieder alles

Besuch beim Gambischen Roten Kreuz

aufgebraucht sein. Dann „müssen“ wir wieder liefern. Wir erhoffen uns von unseren Unterstützern, dass weitere Erste-Hilfe-Kästen als Nachschub gesammelt werden, sonst steht Fajikunda wieder ohne Verbandsmaterial da!

 

Wie bei unseren früheren Besuchen gaben wir auch diesmal wieder Vertreter des Gambischen Roten Kreuzes besucht und Erste-Hilfe-Material überreicht. Auch diese Unterstützung wollen wir dringend fortführen, da wir die einzigen Sponsoren sind.

Medizinisches Material

Unterstützer haben aber auch spezielles medizinisches Material wie Spritzen, Kanülen und chirurgisches Besteck bei uns abgeliefert. Für einiges überprüfen wir erst den Bedarf und die qualifizierte Verwendungsmöglichkeit, bevor wir es übergeben. Für potenzielle Unterstützer:
bitte im Vorfeld Kontakt zu uns aufzunehmen. Dann können wir klären, ob ein Bedarf in Gambia besteht.

Zahnhygiene

Nachschub an Zahnbürsten und -pasta

Die von uns begonnenen Aktionen zur Zahnhygiene an der Grundschule werden nach Absprache mit uns jetzt durch den Mothers Club in Jabang koordiniert und geleitet. Die gesponserten Materialien (Zahnbürsten+Zahnpasta) werden den Kindern übergeben, die zu Hause, nach Anleitung durch die Lehrer im Schulunterricht, die Zähne putzen. Zur Sensibilisierung der Eltern hat eine von uns bezahlte Aufklärungsveranstaltung für die Eltern stattgefunden, die von 80 (!) Müttern –auch Interessierten aus Nachbargemeinden- besucht wurde.
Wir haben im Gespräch mit dem Mothers Club noch einmal erläutert, dass Zahnhygiene nicht vom Gebrauch von Zahnbürste und –pasta abhängig ist, sondern dass es auch andere gute Methoden zur Zahnreinigung gibt, z.B. die traditionelle mit dem Zweig des Zahnbürstenbaumes.

Einhelliges Fazit war: regelmäßige Zahnreinigung ist wichtige Voraussetzung für Zahngesundheit.

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Herdbau

Die Benutzung der Herde ist problemlos, ein Ausbessern im Feuerungsbereich ist auch nach über zwei Jahren Betriebszeit nicht erforderlich. Das ist sehr erfreulich. Die Klage einer Frau darüber, dass der Rauch nicht abzieht, konnte schnell gelöst werden: es war so viel Asche im Feuerungsbereich, dass der Rauchabzug zum Kamin verstopft war. Wir haben daraufhin beschlossen, dass ein Erfahrungsaustausch der Frauen, die bereits auf einem Herd kochen, stattfinden soll. Das ist für den nächsten Besuch geplant.

Ein Mitglied unseres Vereins hatte ein Modell gebaut, das die Hohlräume der Holzzufuhr, des Feuerungsbereichs und des Rauchabzugs zum Kamin darstellt. Damit kann der Herdbau für diesen Bereich standardisiert und beschleunigt werden.

Auf Anregung der Uni Freiberg werden wir eine Metallform für die Herstellung der Lehmziegel anfertigen lassen. Deckel und Boden können über Hebel den Lehm in der Form verdichten. Laut Uni Freiberg kann damit die Haltbarkeit der Lehmziegel gesteigert werden. Die empfohlene Beimischung von grobkörnigem Sand zum Lehm konnte noch nicht realisiert werden, da für den Bau weiterer Herde keine Zeit zur Verfügung stand. Das wird Thema des nächsten Besuches werden.

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Schulunterstützung

Bei unserer diesjährigen Herbstreise von Brüssel nach Banjul (5 Teilnehmer) konnten wir neben kleinem persönlichem Gepäck sieben Koffer mit Schulmaterial und Verbandszeug nach Gambia bringen.

Ausgabe der neuen Bleistfte

Von Unterstützern war uns viel für die Schulen mitgegeben worden, einiges haben wir zusätzlich gekauft. So konnten wir Buntstifte, Bleistifte, Radiergummi und Anspitzer, aber auch Zirkelkästen und Geodreiecke an die staatliche und die arabische Grundschule und die Mittelschule in Jabang verteilen. Auch die private Upper Basic und Senior School St Peters wurde von uns mit Material versorgt.

Die staatliche Lower Basic School in Jabang hat jetzt 1.850 Schüler, St Peters hat 3.000! Es sitzen 60 bis 70 Kinder in einer Klasse! Aufgrund dieser Zahlen können wir nicht jedes Kind mit allem ausrüsten, sondern nur die Schule mit Grundmaterialien unterstützen. Mit Zirkelkästen und Geodreiecken wollen wir Klassensätze erstellen, die der Lehrer verwaltet: bei Bedarf bringt er den Klassensatz mit, nach Gebrauch sammelt er Zirkel und Geodreiecke wieder ein. Hier ist noch weiterer Bedarf. Ebenso wird Spezialpapier für den Mathematikunterricht benötigt (mm-Papier, Logarithmus-Papier [einfach und doppelt], Wahrscheinlichkeits-Papier). Wenn es dieses Papier überhaupt in Gambia zu kaufen gibt, ist es extrem teuer.

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