Together in The Gambia e.V.

Together for The Gambia - Together for the future

Herdbau – Kochen in Gambia

 

Die Tradition:

Traditionelles Kochhaus
  1. Ökologisch
    Die Energieausnutzung bei dieser Form der Holzverbrennung ist schlecht, da viel Wärme in die Umgebung abstrahlt, diese Energie wird also nicht zum Kochen genutzt. Folglich wird mehr Holz verbraucht als eigentlich erforderlich. Gambia gehört noch zur Sahelzone, d.h. es gibt keine geschlossenen Wälder, somit ist Holz nur in begrenzten Mengen vorhanden.
    →Der uneffektive Holzverbrauch in Verbindung mit der stark wachsenden Bevölkerung beschleunigt die Versteppung.
  2. Ökonomisch
    Besonders in den dichter besiedelten Bereichen deckt eigenes Holzsammeln nicht den täglichen Bedarf, Holz muss also (zu)gekauft werden.
    →Der uneffektive Holzverbrauch führt bei der ohnehin schon armen Bevölkerung zu Mehrausgaben.
  3. Gesundheitlich
    Durch das Kochen in den Kochhütten ist die Belastung durch Rauchgase und Feinstaub extrem hoch.
    →Feinstaubpartikel reizen die Schleimhäute und schädigen die Atemwege.
    →Feuer und heißes Kochgut bergen große Verletzungsgefahr besonders für Kleinkinder.
Rußablagerungen an der Decke eines Kochhauses

Unser Projekt als Gegenmaßnahme:

Die Benutzung von Kochherden beseitigt die drei gravierenden Nachteile der traditionellen Kochstelle. Natürlich muss ein Herd so billig wie möglich sein, feuerfeste Ziegel scheiden also als Material aus. Lehm steht in Gambia zur Verfügung und kostet nur den Transport zum Bauplatz. Hinzu kommen Kosten für einen Maurer. In Anlehnung an bestehende Bauanleitungen haben wir fünf Herde aus Lehm gebaut, natürlich mit Kamin zur Ableitung der gesundheitsschädlichen Rauchgase, die jetzt fast neun Monate in Gebrauch sind. Die Holzeinsparung ist beträchtlich: 60 bis 70 %!

Herd im Bau
... und in Gebrauch

Weitere Informationen:

  • Der Bau von Kochherden wurde mit Begeisterung aufgenommen, die von uns geforderte Testzeit von einem Jahr war nur mit Mühe durchsetzbar. Das Verlangen, sofort einen Herd zu haben, sehr groß.
  • Die Kosten pro Herd betragen ca. 15 € (Transport und Maurer).
    Wichtig ist uns, dass der Herd kein Geschenk ist, sondern dass die Bewohner direkt beteiligt sind. Wir planen, das durch Eigenleistungen der Bewohner zu erreichen z.B. durch die Herstellung von luftgetrockneten Lehmziegeln, Unterstützung des Maurers und einen geringen finanziellen Eigenbeitrag. Damit wollen wir die Kosten auf 10 € pro Herd begrenzen.
  • Im Dorf Jabang gibt es etwa 750 „Compounds“ (Grundstücke mit den Häusern/Hütten der Großfamilie). Der Bedarf ist also enorm und die nächsten Dörfer sind nicht weit.